Je nachdem.

Twist and turn.

Drehen und wenden. So kommt ein wenig Abwechslung und die Illusion des Neuen ins Spiel. Naja, zumindest für einen Augenblick. Wovon ich hier rede? Davon, ein Bild, wie beispielsweise das hier gezeigte, von verschiedenen Lagen aus zu betrachten: Hochformat, Hochformat auf den Kopf gestellt, Querformat nach rechts oder links ausgerichtet. Also im Grunde genommen ein wenig drehen. Wenden ginge auch, es würde sich aber die leere Rückseite zeigen.

Mit der digitalen Bildbearbeitung lassen sich unzählige Variationen herstellen, ohne dass das Original Aquarellbild verändert werden muss. Hier zeige ich Beispiele mit dem feature „spiegeln“ und „Spiegellinie vertikal/horizontal“. Alle Bilder weisen Ähnlichkeiten auf. Man muss gut hinschauen, um die Unterschiede zu erfassen.

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Ausgangsbild noch nicht digital weiterbearbeitet

Und hier einige Variationen mittels digitaler Bearbeitung 

 

Wie so vieles im Leben hat auch dieses  „Drehen und wenden“ mehrere Möglichkeiten in sich, je nachdem. Spurensuche, harmlose Spielerei (wie hier), manchmal aber auch verfängliches Kalkül – zum Ablenken, in die Irre führen, Spuren verwischen … 

Like so many things in life, this „twisting and turning“ has possibilities within it, depending on the situation; searching for clues, harmless playfulness (as here), but sometimes also captious calculation – to distract, to mislead, to cover tracks … . 

 


Schönen Sonntag! Have a beautiful Sunday!

Bruchstücke

DAMALS

Da saßen wir nun im feuchten Wiesengras, schweigend nebeneinander, die warme Frühlingssonne genießend, den Melodien der Natur und denen unserer Herzen lauschend. Beglückende Momente.


GESCHAFFT

Ihre Augen sind geschlossen. Nein, sie schläft nicht. Sie ist müde. Unendlich müde. Die Last des Alters nimmt ihr alle Kraft. „Es geht alles vorbei“ – Worte, die sie gebrauchte, wenn Kummer, Sorge und Angst ihr die Tage schwer machten. Geschafft. Auch die letzte Anstrengung ging vorbei.


VERSTEHEN

Du meinst, die Lösung wären Waffen? Und mein Nein dazu verstehst du nicht? Obwohl wir uns so gut verstehen, verstehen wir einander in dieser Hinsicht nicht.


GESCHENKT

In mein Leben legtest du mir deine Liebe zu dir. Leben, hab Dank dafür!


Deckfarbe, Fineliner

… dem Wind überlassen

ENDLICH

Mit schwarzrotem Weine die Lippen benetzt,
zum Ringen um Worte angesetzt,
zu oft schon das Messer der Rache gewetzt.
Schwindende Kräfte, taumelndes Nicken,
verharren in seelenlosen, kalten Blicken.
Müde der Lasten unzähliger Male,
die Lippen mit schwarzrotem Wein zu benetzen.
Küsse – alleinig dem Wind überlassen,
schwarzrote Lippen
erblassen.

 

emotion-by-Beate-Guetl

Text und Bild stammen aus unterschiedlichen Jahren. Der Text stammt aus jener Zeit, in der ich einen Winter lang in einer Notschlafstelle für obdachlose Menschen gearbeitet habe. Viele von ihnen waren alkoholkrank. Etliche erzählten mir vom schmerzlichen Fehlen des Geliebtseins (in der Kindheit).

Ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, ausreichend Nahrung, geliebt werden und vieles mehr sind leider keine Selbstverständlichkeiten, die jedem jederzeit zuteil werden. Viele Grausamkeiten mischen im Spiel des Lebens mit. So viele davon menschengemacht.

(E)

The poem is about a person who is addicted to alcohol. The text rhymes in my native language.

Text and picture are from different years. The text comes from the time when I worked for one winter in an emergency sleeping center for homeless people. Many of them were alcoholics. Several of them told me about the painful absence of being loved (in childhood).

A roof over one’s head, clean water, sufficient food, being loved and much more are unfortunately not things that everyone can take for granted at any time. Many cruelties interfere in the game of life. So many of them man-made.


Der Schlüssel? The key?

Din A4, E27, Tetrapack, EU 39, UK 8,5, HB=2, e0,5L, 35mm breit/45mm hoch, ISO 8738, dpt, IEC-60320 C13 und so weiter und so fort ließe sich diese Liste von Normen führen.

Papierformate, Glühbirnensockel, Verpackungsnorm, Schuhgröße, Bleistiftstärke, Flaschenmaß, Passfotovorgabe, Bolzenmaße, Brillenstärke, Gerätestecker etc.

Der Alltag ist durchdrungen von Normen. Alles ganz normal. Normal? Normalität? Wer da nicht hineinpasst oder gar, nicht mitmacht, fällt aus der Norm; ist alles, – außer normal.

Mehrheit scheint für Normalität zu stehen; Minderheit nicht. Was nicht normal erscheint, wird normalerweise allenfalls geduldet. Dennoch, es ist nicht ausgeschlossen, dass Minderheit ausgeschlossen wird.

Normen – wozu? Komplexität vereinfachen. Vereinheitlichen. Vergleichbarkeit herstellen. Identifikation. Gleichsetzen.

Gouache, (c) linienspiel

Der Schlüssel aller Kreaturen? Tja, die fieberhafte Suche nach diesem Schlüssel führtwie es scheint -entlang der Normen. Aber zuallererst braucht es dafür Daten. Die Sammelwut dafür ist ungebrochen. 

Nein, Normen sind nicht der Schlüssel! Technokraten sehen das anders:  Messen, wiegen, normen, formen … 


Short summary in English

This post is about my thoughts around the various norms that shape our world and our everyday lives: Starting with the standardization of shoe size, paper formats, light bulb bases, plugs, eyeglass strength, etc.
I ask myself the question whether norms, are the key of all creatures. My answer is no. Technocrats see it differently: Measure, weigh, standardize, shape …