Gib mir Wasser, Freund!

Give me water, friend!

Variationen in Tusche, Farbstift, Aquarell- inspiriert durch den folgenden Haiku „Die Windenblüte“:

Um mein Brunnenseil

rankte eine Winde sich –

gib mir Wasser, Freund!

Frau Kaga no Chiyo (18. Jhd.) zugeschrieben, Übersetzung Gerolf Coudenhove


 (Haiku translated into English)

Morning glory

Around my well rope

a wind entwined itself –

give me water, friend!


Memento mori

IMG_20210808_105025

Ausgangsbild, Kugelschreiberzeichnung


IMG_20210807_213205[1]

digital bearbeitet


IMG_20210807_215024

digital bearbeitet


Schleier lüften sich, schemenhaft zeichnet sich Herannahendes ab. Leben besteht nicht nur aus Werden, sondern auch aus Vergehen. Vieles wissen wir.  Aber noch mehr wissen wir nicht.

Samhain. Geburtstag. Allerheiligen. Mit jedem Atemzug mehr, die Schleier werden zerreißen und klar und deutlich zeigt sich alles Weitere.

Es gibt Menschen, die arbeiten daran, das Leben (als Mensch?) durch allerlei Technik zu verlängern, gar unsterblich zu sein. Einer davon ist der Russe Dmitri Izkow (Initiative 2045) . Alles machen, was machbar ist? https://www.youtube.com/c/2045initiative

 

ENGLISH

Veils are lifted, the approaching is silhouetted against the horizon. Life consists not only of becoming, but also of passing away. We know a lot.  But even more we do not know.

Samhain. Birthday. All Saints‘ Day. With every breath more, the veils are torn and clearly everything else is revealed.

There are people who work to prolong life (as a human being?) by all kinds of technology, even to be immortal. One of them is the Russian Dmitri Izkov (Initiative 2045) . Do everything that is feasible? https://www.youtube.com/c/2045initiative


 

❤️CARPE DIEM❤️

Klarer Blick. Clear view.

Ein Wanderer kam zu einer Einsiedelei, in welche sich ein Mönch zur Meditation zurückgezogen hatte. Der Wanderer bat den Mönch um etwas Wasser. Da gingen beide zu dem Brunnen und der Wanderer stillte mit einem Becher Wasser seinen Durst. Sodann wollte er vom Mönch wissen, was denn der Sinn eines Lebens in der Stille wäre.
Der Mönch zeigte auf den Brunnen mit dem aufgewühlten Wasser und sagte: „Was siehst du?“  „Ich sehe nichts,“ antwortete der Fremde. Etwas später stellte der Mönch dieselbe Frage. Der Wanderer blickte wiederum in den Brunnen und antwortete: „Jetzt sehe ich mich“. Daraufhin der Mönch: „Das ist die Antwort auf deine Frage. Als das Wasser vom Schöpfen unruhig war, konntest du nichts sehen, erst als es sich beruhigt hatte und still geworden war, konntest du dich erkennen. Das ist die Erfahrung der Stille.“


IMG_20210926_103515[1]


Mit unserer Gefühlswelt ist es manchmal wie mit dem aufgewühlten Wasser. Erst wenn die Zeit der Ruhe, die Zeit der Stille, die Zeit des Müßiggangs gekommen ist, können wir wieder klarer sehen.

ENGLISH

A hiker came to a hermitage where a monk had retired to meditate. The hiker asked the monk for some water. They both went to the well and the wanderer quenched his thirst with a cup of water. Then he wanted to know from the monk what the meaning of a life in silence was.
The monk pointed to the well with the churned water and said, „What do you see?“ „I see nothing,“ the stranger replied. A little later, the monk asked the same question. The wanderer again looked into the well and replied, „Now I see myself.“ Thereupon the monk: „This is the answer to your question. When the water was restless from being drawn, you could not see anything; only when it calmed down and became still could you recognize yourself. This is the experience of stillness.“

With our emotional world it is sometimes like with the agitated water. Only when the time of calm, the time of silence, the time of idleness has come, can we see more clearly again. 


Schönen Sonntag! Have a nice Sunday!